Gesprächsstoff:  social media

19_08
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Featuritis contra Prinzip: Facebook und seine User Experience

Komplexität vermeiden, die Funktionalität für die definierte Benutzergruppe auf ein minimales und ideales Maß reduzieren – einer der Grundsätze zur Erreichung von guter (Web-) Usability scheint aktuell in den Köpfen der Facebook-Macher eine deutlich untergeordnete Rolle zu spielen.

Facebook ist mit seinen (nach eigener Aussage) über 500 Millionen aktiven Usern die größte Website der Welt. Dieser Umstand sorgt für das stetige und aktuelle Wachstum und das Vorantreiben der Expansion der Social Media Plattform. Nach der letzten großen Ankündigung, den ohnehin schon breitgefächerten Funktionsumfang um einen Geo Location Dienst, genannt Facebook Places,  zu erweitern stellt sich die Frage, ob Facebook etwa an der Featuritis leidet. Ein Geo Location Dienst? Ja, kenne ich. Nutze ich sogar: Foursquare (z.B.). Wieso gibt es das “Check-In” Prozedere nun also auch noch bei Facebook, zumal Facebook Places über eine (noch geschlossene API) sogar bestehende Geo Location Dienste integrieren soll – um auch die Early Adaptors nicht abzuschrecken. Das alles erinnert mich stark an die Verknüpfung von Twitter-, Facebook- und Foursquare-Account.

Bei allem Verständnis für die Strategie, “angesagte” Funktionen anderer Mitbewerber um den “Digital Social Life Workflow” der werberelevanten Benutzerzielgruppe ebenfalls integrieren zu wollen bleibt der fade Beigeschmack, ob Facebook seinem Kerngedanken eines guten User-Interfaces eigentlich noch treu bleiben kann. Oder hat Facebook das Ziel einer guten Usability längst aufgegeben?

Featuritis contra Prinzip: Facebook und seine User Experience

Mein erster Kontakt mit sozialen Onlineplattformen war das StudiVZ. Das war noch zu Studienzeiten und von daher durchaus nachvollziehbar. Irgendwann hieß es dann MySpace sei der neue “place to be”. MySpace wirkte auf mich allerdings vor allem so: Zu chaotisch, zu unbedienbar, in meinen Augen ohne Struktur und wenig durchdacht. Letztlich gab ich irgendwann meinen Widerstand gegen Facebook auf, den ich zuvor standhaft aufrecht hielt, weil es mir nicht einleuchtete warum ich denn die gleichen “Freunde” bei Facebook auch noch einmal digital sammeln sollte.

Aber Facebook war irgendwie anders. Konsistent, auf einfache Weise verständlich. Die Usability der Facebook-Version von Anfang 2008 stimmte.

Anfang 2009, zum 5-jährigen Geburtstag von Facebook, schrieb Mark Zuckerberg im Facebook Blog:

“Since its founding, one of the constants of Facebook is that it has continuously evolved to make it easier to share. To give you a sense of how the site has changed, we dug up a few images of how Facebook used to look—you can see them here. Building and moving quickly for five years hasn’t been easy, and we aren’t finished. The challenge motivates us to keep innovating and pushing technical boundaries to produce better ways to share information.”

Seit dieser Verkündung erhielt Facebook innerhalb von 18 Monaten tatsächlich 3x ein mehr oder weniger umfassendes Redesign. Und die Usability und User Experience?! Die blieben zu oft auf der Strecke und mussten scheinbar in die zweite Reihe hinter immer neuen oder erweiterten Funktionen treten. Erwartungskonformität und Konsistenz erreicht man auf diese Weise jedenfalls nicht. Man riskiert, seine treuen Benutzer vor den Kopf zu stoßen wenn Informationen nicht mehr an gewohnten Stellen stehen oder eine Funktionalität nicht mehr das erfüllt, was sie zuvor noch tat. Ein Beispiel dafür ist sicherlich die Einführung der getrennten Informationsstreams “Neuigkeiten” und “Nachrichten”. Anleitungen von Facebook-Freunden, die beschrieben wie man über Umwege die alte Ansicht eines einzelnen Streams simulieren könne, waren die Folge.

Facebook ist mit seiner Marktführerschaft auch Trendsetter. Gerade deswegen täten die Macher gut daran, sich auf das Wesentliche für den Erfolg einer Softwarelösung (zurück) zu besinnen: Das Schaffen einer großartigen Benutzererfahrung durch ein hohes Maß an Konsistenz, Intuitivität durch maximale Usability.

Danke für die Inspiration, Joshua Garity: Facebook is Ignoring Core Issues. Is it time to leave?


22_07
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Flipboard: Social Media / News Mashup – Quo vadis klassische und neue Medien?

Print ist tot. Es lebe Print. Nur eben digital – und ohne Verlage. Die iPad App Flipboard ist ein News Mashup. Mashups als Anwendungen sind im Grunde nicht mehr revolutionär, und nicht selten unspektakulär. Doch ein Social Media und News Mashup, welches mit dem iPad eine breite Anwenderfront (3 Millionen iPads in 80 Tagen) anspricht und dabei noch so gut aussieht, dass es Printmedien ernsthaft Konkurrenz machen könnte – das ist dann doch neu.

Ich selbst besitze kein iPad. Auch erschließt sich mir für jemanden, der ein mobiles Notebook im 13″ Format besitzt nach wie vor kein Einsatzgebiet – doch Flipboard ist eine App die einen unterwegs sicher gut informieren und unterhalten könnte. Das Prinzip hinter Flipboard ist relativ simpel: Man sammle alle Informationen, die Facebook-Freunde und Twitter-Autoren (denen man folgt) veröffentlichen, verarbeite diese in professioneller, ansprechender Form zu einem digitalen Magazin, und schon erhält man eine Informationsquelle, die unabhänig von Verlagen tages- bzw. stundenaktuell und individuell auf den Abonnementen zugeschnitten ist.

Da Flipboard die native Steuerung des iPad übernimmt ist eine intuitive Bedienung möglich – Tippen und Wischen für die Auswahl und das Blättern. Die Abgrenzung zu Diensten wie bspw. Meehive.com oder Twittertim.es erfolgt in erster Linie durch die Gestaltung von Flipboard. Ein professionelles Layout erweckt den Eindruck es mit einem echten Verlags-Printmagazin zu tun zu haben.


Flipboard Promo. Video by Adam Lisagor.

Doch haben die Macher von Flipboard aus Kalifornien nun tatsächlich den Startschuss zur endgültigen Ablösung klassischer Medien gegeben?! Der Gedanke, Informationen hauptsächlich über Social Media Quellen zu beziehen, ist reizvoll. Schon jetzt werden die Daten in Flipboard durch Relevanz-Algorithmen und Kategorien sortiert und aufbereitet. Letztlich muss man sich aber fragen, ob gerade fachlich stark spezialisierte Magazine aus dem Print nicht nach wie vor ihre Daseinsberechtigung haben und behalten werden. Erst wenn sich die klassischen Medien und Verlage mit ihren Inhalten und Redakteuren in naher Zukunft vollständig in die sozialen Netzwerke wagen, können Anwendungen für Mobile Devices, wie bspw. Flipboard, zu einer ernsthaften Konkurrenz heranwachsen.


02_07
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Social Media Integration für den SIP Scootershop

Die Jungs (und Mädels) des SIP Scootershop sind trotz des großen Erfolgs in der Distribution von Ersatz- und Tuningteilen für Automatik-Scooter und klassische Schaltroller immer eines geblieben: Echte Scooteristen, die nicht nur für die Szene arbeiten, sondern fester Bestandteil der Szene sind.

Schon immer waren also Aktivitäten und Engagements außerhalb des Webshops selbstverständlich – sei es nun der Support bei etlichen Roller- und Szenetreffen oder das Sponsoring von Race Teams. Kein Wunder also, dass SIP auch in der digitalen Szene aktiv ist. Eine große und lebendige Community innerhalb des Webshop-Systems wird inzwischen zunehmend mit Inhalten externer Social Media Plattformen bereichert.

Die Facebook Fanseite des SIP Scootershop zählt aktuell über 6000 Fans – und es werden täglich mehr. Fotosammlungen der SIP Offline-Einsätze werden bei Flickr gehostet und gepflegt, es existieren ein Youtube sowie ein Vimeo Kanal. News und Blogposts werden über Twitter kommuniziert, kurzum: SIP ist in der Social Media Welt gut aufgestellt.

Der Facebook Like-Button in den Artikel-Detailseiten des Webshops war nur der erste Schritt der Social Media Integration. Eine weitreichende Überarbeitung der SIP Community mit dem Fokus auf der Einbindung der externen Inhalte von Facebook, Flickr, Twitter, Youtube und Vimeo steht an und ich bin froh für dieses Projekt sowohl die Konzeption und das Screendesign, als auch letztlich die Implementierung bei iucon realisieren zu können.